Ich kenne die Wünsche meiner Kunden, oder ich meine sie zu kennen…

„Designe die perfekte Geldbörse für dein Gegenüber“ – mit dieser Aufgabe durchlaufe ich mit Kollegen den Design Thinking Prozess. Als Unterstützung nutzen wir den Prozess des Hasso Plattner Institut. Bevor wir die Bedürfnisse unseres Gegenüber kennen lernen, dürfen wir erstmal selbst kreativ werden und einen ersten Entwurf skizzieren. Wie könnte die perfekte Geldbörse aussehen?

Nur Tage später bin ich in Diskussion mit anderen Kollegen. Es geht um die Ablösung einer veralteten Kommunikationsplattform. Diese muss auf eine neue Plattform umgestellt werden. Die Frage ist nun, wie die neue Plattform strukturiert wird. Intensive und sehr gegensätzliche Diskussionen folgen, wie eine optimale Lösung aussehen könnte.

Noch während wir diskutieren, erinnerte ich mich zurück an den Design Thinking Workshop. Nach einiger Zeit frage ich deshalb in die Runde, ob jemand die neue Plattform als Informationsempfänger nutzt. Tatsächlich war es keiner der Beteiligten.

Mein Prototyp der Geldbörse

Im Rahmen des Design Thinking Workshop und dem Design der Geldbörse war es mir schnell klar, dass mein erster Wurf vermutlich nicht bzw. nicht voll umfänglich die Wünsche meines Kollegen trifft. Ich fand es seltsam, einfach darauf los zu malen, ohne vorher auch nur eine Frage an ihn gestellt zu haben. Wer den Prozess kennt weiß, dass es immer wieder Feedbackschleifen mit den Nutzern gibt.
Die Situation mit der neuen Kommunikationsplattform ist eine Ähnliche wie die Situation mit der Geldbörse. Der Unterscheid war nur, dass das eine reale Situation aus meinem Arbeitsalltag war. Hier war es selbstverständlich, seine eigene Meinung zu vertreten, wie man es selbst als Bestes empfindet. Die Idee, die eigentlichen Nutzer zu befragen kam spät. Aber sie kam immerhin :).

Man meint, die Wünsche und Bedürfnisse seines Kunden bereits zu kennen, doch wie häufig liegt man damit falsch? Der Design Thinking Workshop und der kleine Ausflug in ein Geldbörsen Designerleben haben mir wieder die Augen geöffnet, wie wichtig es ist, die eigenen Entscheidungen mit den eigentlichen Nutzern zu diskutieren.

Beitragsfoto: http://www.pixabay.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s